Besserung in Sicht

August 14, 2006

… und zwar an allen Fronten. Heute kommt endlich mein ersehter Laptop mit der Post. Außerdem, so steht es zumindest auf den Internetseiten der Londoner Flughafen, ist es seit heute morgen 4:30 Uhr wieder erlaubt, Handgepäck mit ins Flugzeug zu nehmen, zumindest eine kleine Tasche, was auch immer das heißen mag.

Zitat: „From 04:30 on Tuesday, 15 August, passengers will be able to take one small cabin bag. Further details of the revised requirements for hand baggage restrictions will be published here shortly.“ (Quelle: baa.com)

Vielleicht wird die Sicherheitsstufe bis Donnerstag weiter runtergesetzt, heute wurde sie von Großbritannien schon um eine Stufe von „critical“ zu „severe“. Severe geht im Gegensatz zu critical nicht automatisch davon aus, dass ein Terrorangriff kurz bevor steht und sollte daher mit einer leichten Lockerung der Kontrollen und Mitnahmemöglichkeiten in das Flugzeug einher gehen. Hoffentlich!

EDIT: Mittlerweile ist die Sache mit dem Laptop im Handgepäck scheinbar wieder komplett möglich. So darf auf allen Flügen wieder eine kleine Tasche (ungefähr die Größe einer normalen Laptoptasche) mitgenommen werden. Zusätzlich sind auch alle elektonischen Wegbegleiter (iPod, Laptop, Discman etc.) wieder erlaubt. Nur mit den Flüssigkeiten im Handgepäck (und übrigens auch im aufgegebenen Koffer) sollte man weiterhin sparsam umgehen – bzw. das Duschgel oder den Nordhäuser Doppelkorn besser gleich zuhause lassen.


Darf ich fliegen?

August 14, 2006

Es steht ja noch so ziemlich in den Sternen, ob das alles mit meinem Hinflug in die Staaten überhaupt problemlos abgehen wird. Nachdem ich ja nicht mal mehr meinen Laptop mit ins Handgepäck nehmen darf, muss ich mich vielleicht noch zusätzlich darauf einstellen, dass mein Flug von Düsseldorf nach London gecancelt wird.

Zumindest sind morgen drei Flüge nach London schon abgesagt worden. Ich hoffe echt, dass sich die Lage ein wenig beruhigt. Werde wohl morgen mal mit der Fluggesellschaft telefonieren müssen, um herauszufinden, ob und wie ich fliegen kann, ob und was ich mitnehmen darf und ob es eine Möglichkeit gibt, Handgepäck extra aufzugeben (gegen einen Aufpreis) mit der Sicherheit, dass es besser behandelt wird, als das normale Gepäck.

Ich halt euch auf dem Laufenden, wenn jemand diesbezüglich Infos hat, dann immer her damit. Ein Kommentar ist das die beste Möglichkeit.


Auszug aus meinem Leben

August 7, 2006

Vorgestern hatte ich Geburtstag. Ich bin also mir nichts, dir nichts, 25 geworden. War eine tolle Erfahrung; und unglaublich neu. Ich war ja schließlich noch nie so alt. Die dazugehörige Party bei Christian und mir in der Wohnung war super, vor allem durch die Mithilfe einer gewissen BIERgit, aber auch durch die Leute, die mit mir zusammen feiern wollten. Danke an alle noch mal dafür. Und danke auch und vor allem an meine Christiane, die wie immer kulinarische Höchstleistungen vollbrachte, um die Gäste zu versorgen. Danke mein Schatz.

Da die Party aber auch gleichzeitig meine Abschiedparty sein sollte, konnte ich es nicht vermeiden, mit meinem Auszug aus Christians und meiner Wohnung zu beginnen. Drei Jahre wohne ich nun mittlerweile hier und ich muss sagen, dass es ganz schön schwer fällt, hier auszuziehen. Wenn ich meinen Blick jetzt durch das Zimmer schweifen lasse, sehe ich nur noch Kartons und Möbel, die in ihre Einzelteile auseinander gebaut, in der Ecke stehen. Es ist nicht viel geblieben von meinem Heim, wenn ich es mal so nennen darf.

Jetzt ziehe ich erst einmal zu Christiane, in zehn Tagen geht es dann los. Wie die Zeit vergeht. Seit meinem ersten Post ist jetzt mehr als ein halbes Jahr ins Land gegangen.

Aber das beruhigt mich, denn dann werden die vier Monate auch schnell vorbei gehen.

Morgen muss ich mir dann einen dicken Bulli mieten und alles zu meinen Eltern „verschiffen“; außer den zwei Umzugskartons, die ich mit Sachen voll gepackt habe, die ich mitnehmen.


Mein Visum ist da

August 3, 2006

Endlich! Heute war mein Visum in der Post. Ein Stein so groß wie Dänemark fällt mir momentan vom Herzen. Sie auch ganz lustig aus, das Visum. Eigentlich genauso wie die erste Seite meines deutschen Passes, nur halt in blau, weiß und rot. Komplett mit Foto und zusätzlich noch mit meinem J-1 Antragsschreiben eingeheftet.

Die geben sich ja schon Mühe, musste jetzt mal gesagt werden.


Premature Arrival

August 3, 2006

Ich weiß natürlich nicht, wie es an anderen Unis in den Staaten ist (ich denke aber, dass es ähnlich sein wird), aber an der University of Virginia darf man erst in sein Wohnheimzimmer einziehen, wenn das Semester (oder vielmehr die „orientation week“) beginnt.

Das wurde mir natürlich nicht mitgeteilt und so hab ich meinen Flug für den 17. August gebucht. In mein Wohnheimzimmer darf ich aber offiziell erst am 19 August. Soll heißen, dass ich zwei Nächte im Hotel/Motel, oder in meinem Mietwagen schlafen muss. Der Mietwagen ist zwar unbequem, aber bezahlt. Das Motelzimmer ist bequemer, kostet aber ab 50 $ aufwärts pro Nacht. Hätte ich das früher gewußt, wäre ein späterer Flugdie beste Wahl gewesen.

Nun gibt es aber für die „upperclass students“ die Möglichkeit des „premature arrival“, was soviel heißt wie vorzeigte Anreise. Mein „advisor“ an der UVa meinte, dass auch internationale Studenten davon Gebrauch machen könnten.

Man muss ein Formular ausfüllen und bekommt dann die Möglichkeit (sofern das Zimmer schon bereit steht) früher einzuziehen. Aber: nichts ist umsonst und so kostet dieses „premature“ Vergnügen 25 $ die Nacht. Auch nicht gerade wenig – der Vorteil liegt jedoch im Vergleich zu einem Motel oder dem Mietwagen auf der Hand – man kann sich schon mal einrichten, auspacken und den Campus erkunden, bevor die amerikanischen Studenten in Scharen einfallen.

Natürlich wäre es schön gewesen, wenn man vorher informiert worden wäre, dass man erst ab dem 19. August einziehen kann, aber an der Uni wird man ja zu selbstständigem Denken erzogen – und zwar meist eher mit Peitsche als mit Zuckerbrot.

Der zweite Sebastian im Bunde, der mit mir an die University of Virginia geht, hat es noch schlimmer erwischt. Er kommt schon am 15. August in Charlottesville an und muss somit, wenn das überhaupt alles klappt, vier Nächte bezahlen.

Das Formular für die UVa gibt es hier.


Fort Bewegung II

August 2, 2006

Da es jetzt mal langsam Zeit wird die Planung für die erste paar Stunden in den USA voranzubringen, hab ich mich entschieden, den Mietwagen zu bestellen.

Da ich in Washington lande, aber in Charlottesville zur Uni gehen möchte, muss ich die letzten 100 Meilen meiner Reise auf der Straße antreten. Da vom Flughafen kein Greyhound-Bus abfährt (ich müsste nach Washington rein und könnte von da aus fahren), hab ich mir überlegt, einen Mietwagen zu nehmen.

Zu allererst hab ich erst einmal geschaut, welche Firmen überhaupt in Charlottesville ansässig sind; da die kleine Stadt aber einen halbwegs großen Flughafen besitzt, kann man dort auch alle Autovermietungen finden, wie z. B. AVIS, National oder Enterprise.

Enterprise ist so ziemlich das billigste auf dem Markt, leider bieten die aber keine One-Way-Vermietungen an (in Washington abholen, in Charlottesville abgeben). AVIS war mir zu teuer, also blieb nur noch National.

Als ich dann auf deren Seiten nach meinem Wunschauto suchte, blieb mir fast die Spucke weg. Die wollten für zwei Tage knapp 200 $ haben. Und das nur wegen der verdammten One-Way-Miete. Hinzu kommen dann meist noch Taxes und zusätzliche Versicherungen, die man in jedem Fall hinzumieten sollte (am besten das größte Paket mit der größten Schadensabdeckung). Alles in allem bezahle ich jetzt für ein „Midsize SUV“ für zwei Tage und die Strecke Washington-Charlottesville 284.59 $.

Ich wollte kein ganz kleines Auto, denn wenn man bedenkt, dass in den USA alle Autos ein wenig größer sind als hier, würde ich mir mit einem kleinen Corsa sehr gefährdet vorkommen. Deshalb ist es ein „Chevy Equinox“ geworden, zur Not kann ich da dann auch drin pennen, wenn ich kein Motelzimmer bekomme, oder die Uni mich nicht vor meinem offiziellen Einzugsdatum in mein Zimmer läßt.

Mittlerweile denke ich, dass ein Weiterflug nach Charlottesville die bessere Alternativegewesen wäre.

Jetzt gibt es aber kein zurück mehr, die Straße Amerikas stehen mir offen – zumindest für zwei Tage. Ich hab kein Navigationsgerät dazu bestellt (kostet 10 $ extra pro Tag), weil ich den ganzen Scheiß „old school“ mit einer Karte erledigen will. Wenn schon highway, dann aber richtig.

Für alle, die das noch vor sich haben: überlegt euch gut, ob sich der Weiterflug nicht doch eher lohnt. Der Flug ist dann natürlich deutlich teurer, aber vielleicht kommt ihr im Endeffekt doch billiger bei weg.


Amerikanischer Boden

August 1, 2006

Gegen 7.45 Uhr weckte mein unbarmherziger Wecker Christiane und mich. Knapp 220 km, oder zweieinhalb Stunden Fahrt lagen vor uns. Das Ziel: Frankfurt am Main, genauer gesagt, die Gießener Straße 30, noch genauer, die US Botschaft.

Heute war der große Tag, das Visums-Interview stand an und ich war nervös wie sau. Gott-sei-Dank hatte ich Christiane dabei, die mir ein bisschen was an fehlender Ruhe zurück gab und zwei Stunden vor der Botschaft und im Auto auf mich wartete.

Die gute Nachricht aber mal vorweg: Ich hab mein Visum bekommen. Es sollte noch diese Woche in der Post sein. Der letzte große Schritt in Richtung Auslandssemester in Virginia ist geschafft.

Um 11.30 Uhr kamen wir in Frankfurt an und fanden die Botschaft sofort, map24 sei Dank. Dann folgte behördliches Schlangestehen, oder besser Schlangesitzen par Excellence:

Noch vor dem ersten Schalter bekam ich einen Zettel mit einem Buchstaben. Nachdem ich meinen Pass am ersten Schalter vorgezeigt hatte, bekam ich einen Zettel mit einem Buchstaben und drei Zahlen (T-252). Damit stellte ich mich in der nächsten Schlange an. Dann wurden wir in einen Raum geführt, der einem internationalen Flughafen in nichts nachstand. Zuerst mussten ich und drei weitere Visums-Kandidaten alles aus unseren Taschen ausleeren, den Gürtel ausziehen und durch eine Sicherheitsschleuse gehen. Unsere Sachen wurden zusätzlich auch noch mal gescannt.

Dann durften wir uns wieder anziehen und ins nächste Gebäude, das eigentliche Visums-Gebäude, wie sich herausstellte. Verdienter Kuss nach bestandenem Visums-InterviewHier musste man sich hinsetzen und warten, bis die Nummer auf dem Display erschien. Als ich rein kam stand gerade T-221 auf einer der Tafeln an der Wand der großen Halle. Also war Warten angesagt.

Nach einer Stunde erschien meine Nummer und ich musste zu einem Schalter gehen und alle meine Dokumente abgeben. Die nette Dame hinter der Glasscheibe guckte sich alles an, riss die Hälfte von meinem Nummern-Zettel ab und meinte, ich solle warten, bis meine Nummer ein zweites Mal aufgerufen würde.

Also wartete ich noch mal knapp 45 Minuten. Wieder leuchtete die T-252 auf, ich ging zu Schalter 9, musste erst den linken, dann den rechten Zeigefinger auf einen Scanner legen. Dann kam das „Interview“.

Aus dem Gedächtnis abgeschrieben sah das ungefähr so aus:

Damen hinter Glas (DHG): Was studieren Sie in Deutschland?
Ich: (mir viel das Wort nicht mehr in deutsch ein) cultural studies.
DHG: What kind of cultures?
Ich: All the cultures of the world.
DHG: What is culture for you?
Ich: Culture is in everything that people create.
DHG: What will you be studying in the US?
Ich: I hope to take a deeper look into cultural studies and also hope to encounter different points of view in the US.
DHG: How long have you been studying here in Germany?
Ich: (leicht überfragt) I think I am in my seventh semester. Or no, my eighth. Yeah, my eighth.
DHG: Ihr Visum wird Ihnen diese Woche zugeschickt. Einen schönen Tag noch.

Das war’s. Das war das Interview. Dann durfte ich gehen. Wieder aus dem Gebäude raus und durch die Security-Halle zurück auf deutschen Boden. Dabei hat Christiane auch das Foto geschossen. Ich finde, es sieht so aus, als käme ich aus dem Knast und wollte mich vor lästigen Papparazzo schützen. In Wirklichkeit regnete es aber nur.

Happy, dass ich mein Visum nun sicher hatte, fuhren Christiane und ich erst in die Stadt, schauten uns Wolkenkratzer und H&M in „Mainhattan“ an, aßen einen kleinen Happen und heizten dann zurück nach Hause. Wir bekamen noch Karten für die Abendvorstellung von „Fluch der Karibik 2“, Christiane bekam das positive Ergebnis einer Klausur, von der sie sich sicher war, dass sie durchgefallen war und alles war gut an diesem anstrengenden Tag, der um 7.45 Uhr in Dortmund begann und nun, um 1.40 Uhr auch wieder in Dortmund endet.

Mein Fazit zum Visum und dem Visums-Interview: Man muss sich vorher gar keine Sorgen machen. Wenn man alle Formulare dabei hat und ein bisschen was erzählt, hat man das Ding ruck zuck in der Tasche (beim Interview muss man übrigens nicht englisch sprechen).