Feldstudie: Walmart

Mai 24, 2007

Ich hab noch einen Artikel in der Mottenkiste gefunden und dachte, dass ich den, mittlerweile knapp fünf Monate nach meinem Auslandsaufenthalt, mal „publizieren“ könnte.

Ich habe absolut keine Ahung, warum ich das nicht schon vorher getan habe, aber sei es drum.

Was fährt einen Pick-Up, trinkt selbstgebrannten Schnaps und guckt leidenschaftlich gerne Football? Ein Redneck. Und was macht ein Redneck, wenn er mal nicht fährt, trinkt oder guckt? Natürlich, wie jeder gute Amerikaner, kauft er ein. Und wo macht er das? Bei Walmart natürlich.

Zig Bücher, zig Filme und wahrscheinlich sogar zig Dokumentationen wurden über die Redneck-Kultur geschrieben, nicht nur hier in Amerika. Um etwas aber kennen zu lernen, muss man es gesehen haben, muss in den natürlichen Lebensraum eingedrungen sein und beobachten, beobachten, beobachten. Und nirgends, mal abgesehen von einer Football-Kneipe (in der man nur die Männer sieht), kann man das besser als bei Walmart.

Wie Motten um das Licht schwirren Rednecks und solche, die es werden wollen, um die großen blauen Buchstaben am Superstore hier in Charlottesville. Hast du keinen V8, bist du out. Hast du nen V6 Pick-Up oder Jeep, okay, dann darfst du bleiben.

Gestern abend waren Martin und ich auf großer Shopping-Tour, denn es galt Dekoartikel für die Christiane’s Geburtstag/mein Wiederkommen-Party zu kaufen. Schön amerikanisch sollten sie sein, am besten mit Stars & Stripes, wie es sich für eine gute USA-Motto-Party gehört.

Nachdem Kroeger (Lebensmittelmarkt) und Target (wie Walmart, nur besser) kläglich auf der Patriotismus-Skala versagt hatten, war Walmart die letzte Anlaufstation.

Und das es Samstag abend war, und Samstag abend DER Einkaufstag schlechthin ist, waren entsprechend viele Leute noch gegen 22 Uhr im Laden. Und da sah ich sie dann, die absolut durchschnittliche Redneck-Familie.

Vater: NASCAR T-Shirt und Kappe, Blue Jeans und kariertes Holzfällerhemd, dazu Turnschuhe, nicht zu vergessen die unnachahmliche Frisur (bei uns als Vokuhila bekannt), Handy mit Gürtelclip

Mutter: übergewichtig, Legings in pink, langes T-Shirt mit Mickey Mouse Applikation, weiße Turnschuhe und Pferdeschwanz, außerdem das Handy an einem Band um den Hals hängen

Sohn 1: Lederjacke (mit Footballvereinssymbol hinten drauf), Jeans und ausgewaschenes T-Shirt, Haare kurz rasiert, Handy mit Gürtelclip

Sohn 2: Holzfällerhemd, T-Shirt mit Bierwerbung, Kappe und Jeans, und nicht zu vergessen: Handy mit Gürtelclip

Tochter: ein Bild für die Götter, denn eine 1:1-Kopie ihrer Mutter, nur statt Mickey Mouse ein gestrasstes Herz

Besser hätte ich es mir nicht wünschen können, eine Redneck-Familie, wie sie im Buche steht. Da Martin nach UVa-Klamotten suchte, hatte ich ein paar Minuten Zeit und schlich mich heran, um die Familie in freier Wildbahn beim Jagen zu beobachten.

Schnell zerstreuten sie sich, um es mir schwerer zu machen. Vater mit Sohn 1 in Richtung Technik-Abteilung, Mutter mit Sohn 2 zu den Klamotten und Tochter in Richtung Schuhe. Sohn 1 direkt an die X-Box und losgezockt, Vater sich ein bißchen mit Digitalkameras aufgehalten, dann aber die DVDs unter die Lupe genommen. Mutter mit Sohn 2 war ziemlich schnell zurück, es sah nach Neueinkleidung aus: es gab Jeans, weiße T-Shirts und zwei karierte Hemden – schick. Tochter kam mit abgrundtief hässlichen Turnschuhen zurück. Schien aber keinem Familienmitglied aufgefallen zu sein; und ich wollte nichts sagen, da ich ja nur Beobachter war.

Mutter fauchte Sohn 1 an, dass er sich gefälligst von der „scheiß“ Konsole fern halten sollte, Vater lachte leise und wurde dann auch angeschissen. Somit waren zwei Männer ruhig gestellt und trotteten beleidigt hinter Mutter, Tochter und Sohn 1 (ich denke: Lieblingssohn der Mutter) her.

Nächste Station war die Möbelabteilung (ja, das gibt es im Walmart, aber nur Kleinmöbel). Ein neuer Couchtisch sollte es sein und Mutter hatte schnell einen gefunden. Ab in den Wagen damit. Sohn 1 schurfte weiter zu den Auto-Artikeln und suchte wahrscheinlich nach einem neuen Luftfilter für seinen (wahlweise) Dodge Ram oder Ford F-150 Pick-Up. Sohn 2 klebte bei Mutter, Tochter langweilte sich nach Schuh-Drama zusehend und Vater hatte nachdem Couchtisch genug gesehen; er wanderte ab in Richtung Ausgang. Dort würde er noch geschlagene 20 Minuten warten müssen.

Danach verlor ich die Truppe aus den Augen und suchte mit Martin nach USA-Patriotismus-Artikeln. Nachdem ich nur eine USA-Flagge (nur noch mit elf anstatt 13 Streifen, da Meterware) für 64 Cent ergattert hatte, war ich kurz davor aufzugeben, denn wir näherten langsam, aber sicher der Kasse. Dann das Paradies zu unserer Rechten:

Patriotismus zum MitnehmenVor uns tat sich ein Meer aus rot, weiß und blau auf. Hier war alles vertreten: Becher, Teller, Servietten, Ketten und Tischdecken in Flaggen-Optik. Außerdem noch kleine Fahnen, große Fahnen, riesige Fahnen, Mini-Fahnen und Auto-Fahnen. So konnte ich den gesamten Einkauf in einem Rutsch erledigen.

An der Kasse stießen wir dann wieder auf die Familie und ich traute meinen Augen nicht. Der vor 20 Minuten leere Einkaufswagen (von ein paar T-Shirts, einem Paar Schuhe und einem Couch-Tisch mal abgesehen) war prall gefüllt und wäre das Ding nicht aus Metall, sondern Holz gewesen, ich glaube, es wäre geborsten. Da ich schon bezahlt hatte, sagte ich der Familie (im Stillen) Lebwohl und nahm beim Amerika-Merchandise mit zum Jeep.

Und da stand er neben uns, ein mächtiger 3500 Dodge Ram mit Doppelkabine, Doppelauspuff und Doppelhinterreifen. Schick in schwarz und komplett mit (leerem) Gunrack hintendrin. Für alle, die nicht wissen, was ein Gunrack ist, hier ein Bild.

Das musste das Auto sein. Ich werde es nie erfahren, denn wir waren weg, bevor Familie Redneck den Laden verließ. Schade, ich hätte sie sonst verfolgen können und hätte live mitbekommen, wie Rednecks einen Walmart-Couchtisch zusammenbauen. Spannend!

 

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Nur eins der vielen Resümees

Dezember 19, 2006

Na super, das Entertainment System hier im Flieger scheint nicht zu funktionieren. Die müssen, der Durchsage des Kapitäns nach, das System neu starten – hört sich ganz nach Microsoft Windows an. Aber dafür bleibt mir dann etwas Zeit, um die letzten vier Monate Revue passieren zu lassen.

Eigentlich muss ich die letzten zwölf Monate in meinen Rückblick integrieren, denn ungefähr um diese Zeit vor einem Jahr bekam ich den Bescheid, dass ich für ein Semester an die University of Virginia gehen durfte. Danach verliefen die Monate wie bei jedem Austauschstudenten: Flug buchen, Wohnheimplatz organisieren, Pass erneuern, Visum abholen und los fliegen. Was sich in Retrospektive so einfach anhört, war an sich ganz schön anstrengend, vor allem weil einem immer wieder die immense Bürokratie (auf deutscher, als auch amerikanischer Seite) in die Quere kam.

Außerdem möchte ich an dieser Stelle auch nicht außer Acht lassen, dass meine Freundin Christiane in dieser Zeit mitleiden musste. Zum einen durch den Druck, unter den ich mich gesetzt fühlte, zum anderen natürlich bedingt durch die nicht sehr rosige Aussicht, knapp vier Monate getrennt zu sein – ein Gedanke, an den wir uns beide gewöhnen mussten.

Express-Pass und Visum

Im Februar buchte ich meinen Flug nach Washington, dann verstrich viel Zeit bevor ich mich bequemte einen neuen Reisepass zu beantragen. Im Endeffekt musste ich sogar eine Extragebühr bezahlen, damit mein Pass noch rechtzeitig für den Visumstermin ankam. Im Juni bewarb ich mich dann für einen Visumstermin in Frankfurt, der auf Ende Juli angesetzt war. Unglaublich ist für mich immer noch, wie viele Dokumente ich ausfüllen und/oder mitbringen musste. Anfang August hielt ich dann meinen Pass mitsamt Visum in den Händen. Nachdem der Auszug aus meiner alten Wohnung und die „Verschiffung“ meiner Klamotten in mein altes Zimmer bei meinen Eltern über die Bühne gebracht war, begann die Zeit, die ich als die Zeit „der letzten Ereignisse“ beschreiben würde.

So Ereignisse liefen dann ungefähr so an: „Mein letztes Training, bevor ich fliege“, oder „Unsere letzte gemeinsame Nacht, bevor ich fliege“ – wobei jetzt nicht der Anschein erweckt werden soll, dass beide Ereignisse gleichbedeutend traurig waren, dass waren sie nämlich definitiv nicht.

Abflug

Am 17. August ging es dann los. Christiane brachte mich zu Flughafen, selbstverständlich, jedoch nicht ganz unschmerzhaft. Trennungen sind scheiße, aber Trennungen an Flughäfen sind mitunter die schlimmste Erfahrung für ein Paar. Aber ich denke, dass wir die Zeit gut hinter uns (und nicht zwischen uns) gebracht haben; und das gibt sehr, sehr große Hoffnung für die Zukunft. Diese Zukunft ist es dann auch, die mir half heute Morgen aus Charlottesville aufzubrechen. Als ich während meiner Schulzeit für einige Zeit an einer amerikanischen high school war, gestaltete sich das „Nach-hause-kommen“ nicht ganz so freudig, soweit ich mich erinnere.

Jetzt komme ich aber mit Freude und Liebe in meinem Herzen nach Hause und ich freue mich sehr diese Zeit in den USA verbracht zu haben. Nicht mehr und nicht weniger. Freude überwiegt insgesamt, nicht Wehmut. Ich freue mich, diese Erfahrung (vor allem, wie es sich für ein Auslandssemester gehört) akademisch gemacht zu haben, ich würde sie, gerade aufgrund der hervorragenden Bildungsanstalt, die ich besuchen durfte, nicht missen wollen.

Von Düsseldorf ging es dann unter massiven Sicherheitskontrollen (eine Woche vor meinem Abflug hatte der britische Geheimdienst eine Gruppe festgenommen, die höchstwahrscheinlich eine ganze Reihe Flugzeuge in die Luft sprengen wollten) nach Washington. Glücklicherweise wurden die Bestimmungen für das Handgepäck einen Tag vor meinem Abflug gelockert, was es mir erlaubte, meinen Laptop mit in den Flieger zu nehmen und den Blogeintrag ziemlich aktuell zu schreiben, ungefähr genau so aktuell wie dieser hier.

Eingewöhnungszeit in Charlottesville

Mit dem Mietwagen ging es dann von Washington in das beschauliche Charlottesville, wo ich die erste Nacht bei Sebastian, einem weiteren Austauschstudenten aus Dortmund, verbrachte. Nachdem ich mein Zimmer in einem der Wohnheime bezogen hatte ging der Uni-Alltag ziemlich schnell los. Es dauerte ein bisschen, bis ich mich an das Tempo in den Vorlesungen (und ja, auch an die Sprache) gewöhnt hatte, aber dann lief alles ziemlich glatt. Meine anfänglichen Schwierigkeiten spiegelten sich auch in meinen Noten wieder. Außer in meiner „German in Translation“-Klasse prangten überall Cs (befriedigend) auf meinen Papern und Tests. Dann ließ ich mir von einem Kommilitonen erklären, was die Profs und Dozenten sehen und hören wollten und schon ging es rapide nach oben mit den Leistungen. In den Midterms schnitt ich durchweg gut bis sehr gut ab. Sehr verwundert war ich über das (bei uns nur aus der Schule bekannte) System der Gesamtnote. In den meisten Kursen flossen (bzw. fließen, da ich die Endnoten noch nicht habe) ein Test, eine Midterm-Klausur, ein Paper, die mündliche Leistung und das Final Exam in die Bewertung mit ein – woraus sich die Notwenigkeit ergab, konstant zu lernen. Nicht gerade stressfrei, aber es lohnt sich.

Kurz vor den Midterms (im November) besuchte mich dann meine Christiane und wir verbrachten unsere kostbare Zeit zusammen in Washington, am Meer, in Charlottesville und in New York. Ich bin dankbar für jede Minute dieser Zeit, denn ohne den Christianes Besuch hier wäre die Zeit schwerer gewesen. Nachdem ich sie dann Ende November zum Flughafen gebracht hatte, wusste ich, dass es nur noch knapp drei Wochen bis zum meinem eigenen Rückflug waren – eine durchaus überschaubare Zeit, aber auch eine der anstrengendsten Zeiten, die ich bis jetzt in meinem Leben erlebt habe.

Stress pur in der Prüfungsphase

Es ist alles wahr, was man von den Elitecolleges in Amerika hört, okay, ab und zu etwas zugespitzt geschrieben, aber deshalb nicht weniger wahr. Amerikanische Studenten müssen in vier Jahren fertig sein mit ihrem Studium. Zum einen weil (im Falle der University of Virginia) sie sonst „gegangen werden“, wenn sie keinen guten Grund für ein fünftes Jahr vorweisen können, zum anderen weil jedes Jahr an so einer Uni die Eltern der Studenten immer weiter dem finanziellen Ruin näher bringt. Schätzungsweise 30.000 Dollar (ca. 22.500 Euro) kostet ein Jahr an der UVa – ein Fakt, dem sich die Studenten hier meist sehr bewusst sind. Von daher arbeiten die meisten Tag und Nacht (vor allem in der unmittelbaren Zeit vor Klausuren), um ihre Prüfungen/Kurse zu bestehen, am besten noch sehr gut zu bestehen. Denn wenn man schlechter als ein C- ist kann man den Anspruch auf einen Platz im neuen Jahr verlieren. Ein Kommilitone von mir zog für eine Woche vor den Midterms in die Bibliothek. Das ist jetzt nicht bildlich, sondern wörtlich, gemeint. Er packte eine Sporttasche und sein Bettzeug und lebte in der Bibliothek, um länger und intensiver lernen zu können.

Das war mir dann doch zuviel des Guten, außerdem war ich einfach zu festgefahren in meiner deutschen Uni-Gewohnheit, um mich so sehr rein zu knien. Die Klausuren bestand ich zwar (bei den Finals weiß ich es noch nicht, bin aber zuversichtlich), bei den Papers (der Art von Prüfung, die ich von zuhause gewöhnt bin) konnte ich hingegen voll überzeugen. Hier bekam ich meine besten Noten.

Neben all dem universitären Kram blieb ziemlich wenig Zeit um anderen Aktivitäten nachzugehen. Ich war auf erschreckend wenigen Partys und war (ich bin geneigt, wieder erschreckend zu benutzen) selten betrunken. Die meiste Zeit verbrachte ich in der Uni, vor meinem Rechner oder mit Martin beim einkaufen, trainieren oder Auto fahren. Hört sich jetzt nicht sehr spannend an, aber irgendwie hat es dazu beigetragen (zusammen mit den seltenen Partys) die Zeit sehr schnell rum gehen zu lassen.

Die andere Kraft, die mir half, „in guten wie in schlechten Tagen“ nicht den Kopf hängen zu lassen, war mein Schatz.

Angekommen in London

Jetzt haben wir einen mächtigen Zeitsprung gemacht. Ich konnte knapp drei Stunden schlafen, den Rest hab ich dann doch noch mit dem On-board Entertainment System verbringen können, was nach zig Neustarts endlich funktionierte. Mittlerweile bin ich im internationalen Terminal in London/Heathrow und hab nur kurz Zeit, weil die Einreisekontrolle noch viel massiver ist, als die Ausreisekontrolle in den USA – und das obwohl man nur von einem Flug zum nächsten transferiert. Außerdem durfte man nach England zwei Taschen mit an Bord nehmen, von England in irgendein anderes Land aber nur eine. Also muss ich jetzt alles in der Hand tragen und meine Laptoptasche in meinen kleinen Koffer quetschen. So und jetzt muss ich rennen, weil ich verpeilt habe, dass mein Flug schon auf der Anzeigetafel steht.

So, mehr Beinfreiheit und Ledersitze, so muss das sein. Deshalb mag ich Kurzstrecke lieber als Langstrecke, irgendwie sind die eher Businessman-orientiert. Nicht das ich ein Businessman wäre, aber irgendwie fühlt man sich in solchen Fliegern immer so an. In knapp zwei Stunden bin ich dann endlich wieder in der Heimat. Wenn ich nicht so kaputt wäre, würde ich mich noch mehr freuen.

Charlottesville ist keine große Stadt und bietet von daher auch keine tollen Ausgehmöglichkeiten. Wenn man zum studieren da ist, kommt einem das aber sehr entgegen. Die Amerikaner stehen lieber in Kneipen rum und unterhalten sich, während sie unaufhaltsam Liter um Liter in sich hinein kippen – in Charlottesville ist um zwei Uhr morgens Sperrstunde, bis dahin will man ja schön besoffen sein. Die Kneipenlandschaft ist aber an sich sehr gut, für jeden ist irgendwie was dabei, vom Irish Pub bis hin zur typisch-amerikanischen Pool-Bar – mit Pool meine ich das Spiel mit den Kugeln, nicht den Behälter mit Wasser drin.

Leben im Wohnheim

Wenn man wie ich nur ein Semester ins Ausland geht, ist ein Wohnheimplatz die besten Idee. Ich hab ein paar nette Leute dort kennen gelernt, auch wenn die meisten viel jünger waren als ich, da man meist nur in seinem ersten Jahr an der Uni im „Dorm“ wohnt und sich dann mit Freunden zu einer Off-Campus-WG zusammenschließt. Außerdem hat man dort alles direkt vor Ort, die eigene Klimaanlage, ein Kühlschrank und eine Mikrowelle, Internetanschluss und eine Küche, für die man sich aber selbst mit Töpfen und Pfannen ausstatten muss. Aber dafür gibt es ja die Dining Hall, die morgens, mittags und abends geöffnet ist und neben Fast Food ab und zu sehr leckere Sachen zu bieten hatte. Manchmal dann auch wieder nicht so Leckeres, näheres dazu kann man von Christiane erfahren.

Der letzte Flug

Nach vier Monaten geht mit dem heutigen Morgen mein Abenteuer Auslandssemester zu Ende. Ob ich traurig bin? Nein, bis jetzt zumindest noch nicht. Ich habe kein „Heimweh“ und auch das weinende Auge (das ich aufgrund oben genannter Faktoren hatte, ist vollständig getrocknet, die letzte Träne weggewischt. Das liegt zu einem sehr, sehr, sehr großen Teil daran, dass akademische Elite schön und gut ist, aber Liebe kann selbst eine Top-Uni nicht ersetzen. Und die ist nun mal in Dortmund und nicht Charlottesville.

Und deshalb schnalle ich mich jetzt an und hoffe, dass der Pilot seinen Job gut macht und ich in einer Stunde und 15 Minuten sicher in Düsseldorf ankomme. Hach und dann is auch scho’ Weihnachten – wie die Zeit vergeht.


One more thing…

Dezember 15, 2006

Da mir ja jetzt, wo alle Klausuren vorbei sind, total langweilig ist, hab ich Material für zwei Videos „gedreht“. Und da man mit Apples iMovie HD so tolle Sachen machen kann, hab ich gleich auch mal ein Video aus dem Dome Room der Rotunde zusammengeschnitten und mit Musik unterlegt. Ich wollte eigentlich noch Soundeffekte und Sitcom-Lachen hinzufügen, fand das aber dann doch ein bißchen viel. Dann doch lieber klassisch-melancholische Klaviermusik.

Hier also das Meisterwerk:

Und zack, hier das zweite Video (was ich persönlich irgendwie etwas besser finde):


Vor- und Nachteile von hier und da

Dezember 15, 2006

Nach knapp vier Monaten, und vier Tage bevor ich wieder in Dortmund eintreffen, wird es Zeit für einen kurzen, verfrühten Rückblick. Aber wenn die ganzen Fernsehshows Jahresrückblicke senden, bevor das Jahr rum ist, darf ich auch schon jetzt zurückblicken.

Es gibt zwei Punkte, die ich hier klar trennen möchte. Zum einen sind das Dinge, die ich hier in Charlottesville vermisst habe und auf die ich mich jetzt freue. Zum anderen, und dadurch sehe ich es als richtige Entscheidung an, hierher gekommen zu sein, sind es Dinge, die ich vermissen werde, wenn ich wieder in Deutschland bin. Um es mal vorweg zu nehmen: Bis auf die langen Öffnungszeiten werde ich an dem Land Amerika nicht viel vermissen, jedoch wird mir einiges an dieser Bildungsanstalt in Erinnerung bleiben.

Was ich vermisst habe und worauf ich mich freue:

Primär wäre da mal Christiane zu nennen, die ich ja erst vor kurzem gesehen habe, die ich aber trotzdem sehr vermisse und vermisst habe. Die vier Monate waren ein nicht ganz leichte Zeit und ich freue mich sehr, dass wir die Zeit überstanden haben. Das sieht man auch nicht alle Tage! Natürlich vermiss ich auch meine Eltern und meine Schwester, aber das ist ein etwas anderes Vermissen; ich glaub dass jeder versteht, wie ich das meine.

Dann kommen all die Dinge, ohne die ich leben könnte, aber nicht wollte. Zum einen wären da meine Jungs vom Fußball bzw. das Training, die Spiele und die lustigen Abende zusammen. Leistungsmäßig fehle ich jedoch leider nicht, denn acht Siege in Folge sprechen eine deutliche Sprache – aber darum geht es mir ja auch gar nicht. Außerdem freue ich mich auf all die anderen Leute, die zwar nicht Fußball spielen, aber doch meine Freunde sind – so was aber auch. Die haben hier ganz schön gefehlt. Ich freue mich auf den Westenhellweg und das Kreuzviertel, auf den Westpark und die Poetry-Jams im Subrosa. Ich vermisse Frühstück im Barock oder Schürmann’s, genau genommen vermisse ich einfach nur richtiges Frühstück, so mit Brötchen und allem.

Komischerweise vermisse ich meinen immer-kaputten Renault Megane. Irgendwie wird man faul, wenn man Automatikschaltung fährt, deshalb freut sich meine Hand auf den 1., 2., 3., 4. und 5. Gang, den Rückwärtsgang vermisse ich nicht – den muss man bei ner Automatik ja auch reinhauen. Ich vermisse die deutsche Autobahn und das Fehlen einer Höchstgeschwindigkeitsbegrenzung – zumindest ab und zu mal. Ich vermisse Borussia und das Westfalenstadion, außerdem vermisse ich die WM, aber das tut wohl jeder irgendwie. Deshalb freu ich mich auch so sehr auf „Deutschland, ein Sommermärchen“. Ihr habt ihn alle schon gesehen, ich nicht. Yeah!

Ich vermisse deutsches Essen, obwohl ich mit dem Fraß hier auch ganz gut klar komme. Aber Christianes Kochkünste wachsen einem schon ans Herz, wenn man sich vier Monate nur von Burger und Pommes ernährt hat.

Ich freue mich auf ein großes Bett mit einem Lattenrost, da meines hier grob geschätzt 95x200cm ist. Außerdem freu ich mich auf eine richtige Wohnung, wo man auch mal aufstehen muss, um etwas zu holen. Hier muss ich mich nur auf meinem Stuhl umdrehen – alles nur eine Armlänge entfernt; hat ja auch irgendwie was.

Ich könnte noch zahllose Dinge aufführen, die ich vermisst habe und auf die ich mich freue. Aber ich bin ja leicht zufrieden zu stellen. Solange mich Christiane am Montag in Düsseldorf am Flughafen abholt, bin ich glücklich. Der Rest ist dann Bonus.

Was ich zuhause vermissen werde:

Jetzt sitze ich gerade im „Dome Room“ der Rotunde und kann hab somit Zeit zu zweiten Teil zu kommen. Meine letzte Klausur ist gerade geschrieben und ich bin frei von Lernstreß. Zum Thema: Das Vermissen (im Bezug auf die UVa), muss dazu gesagt werden, ist in diesem Zusammenhang doch etwas anderes, als wenn ich hier an zuhause gedacht habe. Es ist eher ein „Ach Mist auch, das werd ich irgendwie vermissen“, im Gegensatz zu einem „Verdammte scheiße, ich vermisse dich so sehr“. Ich werde ein paar Leute vermissen, die ich hier kennen gelernt habe, die, bis auf Martin (den bavarischen Münsteraner) Amerikaner waren. Die Amis würde ich jedoch als sehr europäisch einstufen. Vielleicht habe ich mich genau deshalb mit ihnen gut verstanden. Der menschliche Part ist aber nicht der alleinige Hauptgrund, warum ich mit einem weinenden und einem lachenden Auge zurück blicken werde, wenn ich in zwei Tagen Charlottesville verlasse.

Es hört sich komisch an, aber am meisten fehlen wird mir Architektur. Ja, Architektur.

Wenn ich morgens zu einem Kurs ging war es wie ein Eintauchen in die akademische Geschichte. Nachdem ich mir einen Kaffee bei Starbucks geholt hatte ging es vorbei an der von Jefferson (3. Präsident der USA) designten Rotunde über den Lawn, vorbei an Edgar Allan Poe’s (one hell of a poet) Zimmer im akademischen Dorf, vorbei an Wodrow Wilson’s altem Büro (Präsident der USA zwischen den Weltkriegen), bevor ich die Statue von Homer passiere und meine Kursraum aufsuchte. Und all diese Kurse waren in wunderbaren Gebäuden, die nicht nur bei blauem Himmel (aber gerade dann) absolut klassisch aussehen. Der Kontrast von weißem Marmor und rotem Backstein ist ein so einfaches, wie geniales Konzept, um Geschichte lebendig erscheinen zu lassen. Manche Gebäude wurden erst vor dreißig Jahren gebaut (ähnlich wie auf dem Campus der Uni Dortmund), wurden aber den ursprünglichen Gebäuden der Uni nachempfunden und fügen sich daher nahtlos ein und machen das Gesamtkonzept der Uni aus.

Es ist ein tolles Gefühl über diesen Campus zu laufen. Es ist schiere Ehrfurcht, die man für dieser Institution, repräsentiert durch ihre Gebäude, empfindet. Ich glaub ich könnte der dümmste Mensch der Welt sein und ich würde mich trotzdem unglaublich intelligent finden – einfach nur, weil ich mein Butterbrot vor der Rotunde esse. Okay, das könnte vielleicht ein bisschen übertrieben sein, but I guess you get the point.

Des Weiteren werde ich die englische Sprache vermissen, die ich schon immer liebe, aber viel zu wenig spreche. Und Mum, dass heißt jetzt nicht, dass ich zuhause englisch sprechen werde. Da hab ich immer noch keinen Bock drauf. In Deutschland sprech ich deutsch, hier halt (meistens) englisch.

Ich werde auch die Kurse vermissen, die mir sehr viel gegeben haben. Ich fühle mich, als hätte ich etwas aufgenommen; nicht nur geschrieben, sondern wirklich in mein Gehirn aufgenommen. Leider ging das nicht so einfach – im Sinne von Kopf auf, Inhalt rein, Kopf zu. Ich habe viel lernen müssen, viel Arbeit gehabt und viele Kurse. Aber das war (zumindest meistens) nicht so schlimm, wie ich gedacht hätte. Manchmal hat es sogar richtig Spaß gemacht. Und das auf meinem Mund. Gut das ich bald wieder im „altehrwürdigen“ EF50 Gebäude an der Uni Dortmund bin, da kann ich mir dann selbst die Flausen wieder aus dem Kopf treiben.

Nein, mal ehrlich, ich glaube, dass ich etwas mitnehmen kann und werde. Und das macht mich mitunter stolz und glücklich. Denn so hat das Auslandssemester genau das erreicht, was ich schon aufgegeben hatte, als ich vor einem knappen Jahr meinen letzten Kurs an der Uni in Deutschland absolviert hab – zur Info, ich habe vor dem Auslandssemester ein sechsmonatiges Praktikum gemacht – ich habe wieder Lust auf universitäre Bildung. Das wird mein größter Gewinn sein, wenn ich nach Deutschland zurückkehre. Das und die Tatsache, dass meine Beziehung zu Christiane die Zeit hier „überlebt“ hat und wir zusammen weiter gehen können.

Nach dem letzten Final! Yeah, geschafft!Ich werde sicherlich in Deutschland noch ein längeres Resümee schreiben, aber für jetzt soll das reichen.

Das Foto hab ich übrigens direkt nach dem Verlassen des Raumes gemacht, in dem ich meine letzte Klausur geschrieben habe. Deshalb auch das freudige Gesicht.


Das Glück fällt vom Himmel

Dezember 14, 2006

In genau sieben Stunden schreibe ich meinen vorletzten Final Exam (U.S. Foreign Policy) und ich bin frohen Mutes, dass alles glatt gehen wird. Auch einem erfolgreichen Abschneiden im letzten Exam (U.S. Social and Political History since 1945) am Freitag morgen um neun Uhr sollte nichts im Wege stehen.

So ungefähr sah es aus. Also ungefähr halt nur.Wieso? Na, zum einen, weil ich ansatzweise vielleicht, eventuell und möglicherweise genug gelernt habe; zum anderen – und das ist viel wichtiger – hab ich heute Nacht drei Sternschnuppen gesehen. Drei Stück! Na gut, ich hab mein Glück auch etwas herausgefordert, indem ich draußen stand und Ausschau hielt. Aber wenigstens sitze ich morgen früh nicht als Einziger mit steifem Nacken über meiner Klausur.

Um acht Uhr gestern abend kam eine E-Mail über den Wohnheim-Verteiler, in der auf die Sternschnuppen-reiche Nacht aufmerksam gemacht wurde. Und scheinbar war ich nicht der einzig, der ein wenig Glück für die Finals haben wollte, denn überall auf der Wohnheimwiese standen Leute und blickten gen Sternenhimmel.

So, jetzt muss ich aber mal ins Bett, sonst bringt alles wünschen nix.

Oh Mist, gilt „Blogeintrag schreiben“ eigentlich auch als Wunsch verraten? Soll man ja eigentlich nicht machen. Ah, drauf geschissen. Mir wird das Glück schon hold sein, wenn nicht hab ich ja immer noch mein Gehirn. In diesem Sinne: gute Nacht.

Und Daumen drücken nicht vergessen. Heute und morgen zwischen 15 und 18 Uhr deutscher Zeit! Danke schon mal dafür.


Das große Finale naht

Dezember 8, 2006

Nachdem sich die ganze „iPod-Kopfhörer-im-Ohrloch“-Nummer so langsam verbraucht hat und nicht mehr so viele Leute auf meine Seite finden, kann ich wieder zu den ernsten Themen des Lebens zurück kommen. Aber nur ganz kurz, denn ich muss weiter lernen. Morgen um neun Uhr, sprich in weniger als zwölf Stunden, steht meine erste Klausur ins Haus und ich hab noch einiges durchzuarbeiten.

Ein paar Minuten finden sich aber immer, vor allem, wenn man sich so schnell vom Lernen ablenken kann, wie ich. Das konnte ich übrigens schon immer. Mein Vater, welcher versuchte mir Mathe beizubringen und, in Retrospektive, kläglich scheiterte, kann davon ein Liedchen singen – bzw. ein komplettes Doppelalbum mit Bonus-DVD aufnehmen.

Also, was ist in der letzten Zeit passiert? Hm, nicht wirklich viel. Ich habe Christiane zu Flughafen gebracht, dann meine letzte Vorlesungswoche mit drei Stunden Schlaf pro Nacht überstanden und jetzt sitze ich hier und pfeife mir das „politische System der USA“ rein. Süßer die Glocken nie klangen, oder so.

Die letzte Vorlesungswoche war echt der Hammer. Hier mal ein kurzer Einblick, was ich alles zu tun hatte:

Montag: Christiane zum Flughafen gebracht, um 18 Uhr zuhause gewesen, in zwei Stunden ein Buch zu Ende gelesen und angefangen zu schreiben, gegen sechs Uhr morgens totmüde, aber mit fertiger Hausarbeit, ins Bett gefallen.

Dienstag: normaler Uni-Tag von morgens bis abends, Hausarbeit abgegeben, nach Hause gefahren, ins Gym gegangen, eine Präsentation vorbereitet, um vier Uhr ins Bett gegangen, totmüde, aber mit fertiger Präsentation.

Mittwoch: zur Uni gegangen und nach dem Gym beim DVD gucken eingeschlafen, leider auch erst um drei Uhr morgens.

Donnerstag: Uni, dann gemerkt, dass ich am Mittwoch nix für mein Paper gemacht hatte, was am Freitag abgegeben werden musste, also zwei Stunden gelesen, weitere sechsgeschrieben und um sieben Uhr morgens totmüde, aber mit acht handgetippten Seiten im College Block, eingeschlafen.

Freitag: nach einer Stunde Uni habe ich, soweit ich mich erinnere, den Rest des Tages im Bett gelegen, bzw. gegessen.

Samstag: hätte ich was für meine Hausarbeit (Abgabe: Montag) machen können, hab ich aber nicht, denn es gab ja noch…

Sonntag: lange geschlafen, lange gelesen und noch länger geschrieben, gegen fünf Uhr ins Bett gefallen, Paper fertig, aber unzufrieden, leider aber einfach zu müde, um noch Dinge zu verbessern

Da hatte ich dann erstmal die Schnauze voll und hab einen Gang zurück geschaltet, vor allem weil wir Dienstag den letzten Vorlesungstag hatten. Und jetzt sitz ich schon wieder hier und werd wohl noch ne ganze Zeit hier sitzen, damit ich genug gemacht habe, um nicht mit einem schlechten Gewissen in die dreistündige Klausur morgen zu gehen.

So, genug Leid geklagt, es gibt auch positive Nachrichten; allen voran fahre ich in knapp zehn Tagen nach Hause. Super, endlich eine Zahl, die man ausschreiben muss (für alle, die es nicht wissen, erst ab 13 darf/soll man die Zahl als Zahl, und nicht in Buchstaben, schreiben) – soviel dazu. In etwas mehr als einer Woche packe ich schon, weil in genau einer Woche meine letzte Klausur hinter mir liegt.

Danach nutze ich dann die verbleibenden eineinhalb Tage zum shoppen; und dann geht’s schon zum Flughafen nach Washington. Und in 0,nix (toll, oder? Null-komma-nix) bin ich wieder bei meiner Liebsten im schönen Dortmund. Das wurde auch mal Zeit, finde ich!

Am Montag muss ich aber erstmal Martin hier in CVille zum Flughafen bringen. Der Sack muss keine Final Exams schreiben. Glück muss der Mensch haben – und halt Grad-Student sein.

So, jetzt muss ich aber Schluss machen, mein schlechtes Gewissen klopft an. Oder ist es mein Magen? Keine Ahnung, knurrt ein schlechtes Gewissen?


Lichterketten und Grünflächen

Dezember 1, 2006

Ist etwas nach sechs Jahren schon eine Tradition? Traditionell schon, oder? Verglichen mit den fast 200-jährigen Geschichte der University of Virginia (1819 gegründet) ist es zwar eigentlich noch keine Tradition, aber weil es irgendwie doch eine ist, nenn ich es jetzt mal einfach eine Tradition.

Die Tradition, die vielleicht noch gar keine ist, ist, sollte sie eine Tradition sein, „The Lighting of the Lawn“ hier an der Uni.

Die offizielle Uni-Seite schreibt zu diesem Event:

Students initiated the idea of lighting the Lawn in 2001 to bring the community together after Sept. 11.

Bevor die Kurse am kommenden Dienstag für dieses Semester enden und die Klausurenphase beginnt, kommen noch mal viele Studenten auf der großen Rasenfläche vor der Rotunde, dem Lawn, zusammen, um heiße Schokolade zu trinken, Kekse zu essen und weihnachtlicher a-capella Musik zu lauschen – das ganze nennt sich dann „Lighting of the Lawn“ (Erleuchtung der „Gründfläche“, ziemlich schlechte Übersetung, sorry), denn die zweistündige Gesangsveranstaltung zielt nur auf den kurzen Moment ab, wenn die Scheinwerfer vor der Rotunde aus- und tausende kleiner Lichter (an Lichterketten) angeschaltet werden.

Dann erstrahlen alle Gebäude rechts und links des Lawns in vorweihnachtlichem Glanz; oder zumindest sollen sie das. Irgendwie sieht das ganze etwas halbherzig aus, bei dem Geld, was die Uni an ihren Studenten verdient, könnte sicherlich die eine oder andere Lichterkette zusätzlich gekauft werden. Weihnachtlich ja, aber ziemlich mager für einen Haushalt von ca. 3,5 Milliarden US-Dollar.

Egal, der Gedanke zählt. Heute kam noch etwas hinzu, dass die Weihnachtsstimmung zerstörte; und da kann keine Universität der Welt etwas gegen tun: es war warm.

Nicht warm im Sinne von: „für die Jahreszeit warm“. Es war wirklich warm, so warm, dass ich geschwitzt habe, obwohl ich nur einen Kapuzenpulli an hatte. Martin, mit dem ich beim „Lighting“ war, zog gleich das T-Shirt vor. Ich würde schätzen, dass es heute abend annähernd 20-25 Grad waren; nicht sehr weihnachtlich, zumindest nicht für einen Europäer. Mein australischer Bekannter Danny hätte wahrscheinlich gesagt: „Craiky, its freezin‘, mate!“

Martin und ich beschlossen dann, dass Vorweihnachten ohne Kälte Mist ist und tranken Bier in einem Irish Pub. Kurz vor dem eigentlichen „Lighting of the Lawn“, also dem Zeitpunkt, wenn auf Weihnachtsbeleuchtung umgeschlatet wird, ging es dann doch zurück zum Lawn, um wenigstens ein paar Fotos zu machen.

Ich drücke aus Versehen die Video-Taste und blieb dabei, weil Vorweihnachten ohne Kälte, aber dafür mit Sound besser ist, als verwackelte Bilder, ohne Weihnachtsmusik-Unterlegung.

Hier das Video: