Lichterketten und Grünflächen

Ist etwas nach sechs Jahren schon eine Tradition? Traditionell schon, oder? Verglichen mit den fast 200-jährigen Geschichte der University of Virginia (1819 gegründet) ist es zwar eigentlich noch keine Tradition, aber weil es irgendwie doch eine ist, nenn ich es jetzt mal einfach eine Tradition.

Die Tradition, die vielleicht noch gar keine ist, ist, sollte sie eine Tradition sein, „The Lighting of the Lawn“ hier an der Uni.

Die offizielle Uni-Seite schreibt zu diesem Event:

Students initiated the idea of lighting the Lawn in 2001 to bring the community together after Sept. 11.

Bevor die Kurse am kommenden Dienstag für dieses Semester enden und die Klausurenphase beginnt, kommen noch mal viele Studenten auf der großen Rasenfläche vor der Rotunde, dem Lawn, zusammen, um heiße Schokolade zu trinken, Kekse zu essen und weihnachtlicher a-capella Musik zu lauschen – das ganze nennt sich dann „Lighting of the Lawn“ (Erleuchtung der „Gründfläche“, ziemlich schlechte Übersetung, sorry), denn die zweistündige Gesangsveranstaltung zielt nur auf den kurzen Moment ab, wenn die Scheinwerfer vor der Rotunde aus- und tausende kleiner Lichter (an Lichterketten) angeschaltet werden.

Dann erstrahlen alle Gebäude rechts und links des Lawns in vorweihnachtlichem Glanz; oder zumindest sollen sie das. Irgendwie sieht das ganze etwas halbherzig aus, bei dem Geld, was die Uni an ihren Studenten verdient, könnte sicherlich die eine oder andere Lichterkette zusätzlich gekauft werden. Weihnachtlich ja, aber ziemlich mager für einen Haushalt von ca. 3,5 Milliarden US-Dollar.

Egal, der Gedanke zählt. Heute kam noch etwas hinzu, dass die Weihnachtsstimmung zerstörte; und da kann keine Universität der Welt etwas gegen tun: es war warm.

Nicht warm im Sinne von: „für die Jahreszeit warm“. Es war wirklich warm, so warm, dass ich geschwitzt habe, obwohl ich nur einen Kapuzenpulli an hatte. Martin, mit dem ich beim „Lighting“ war, zog gleich das T-Shirt vor. Ich würde schätzen, dass es heute abend annähernd 20-25 Grad waren; nicht sehr weihnachtlich, zumindest nicht für einen Europäer. Mein australischer Bekannter Danny hätte wahrscheinlich gesagt: „Craiky, its freezin‘, mate!“

Martin und ich beschlossen dann, dass Vorweihnachten ohne Kälte Mist ist und tranken Bier in einem Irish Pub. Kurz vor dem eigentlichen „Lighting of the Lawn“, also dem Zeitpunkt, wenn auf Weihnachtsbeleuchtung umgeschlatet wird, ging es dann doch zurück zum Lawn, um wenigstens ein paar Fotos zu machen.

Ich drücke aus Versehen die Video-Taste und blieb dabei, weil Vorweihnachten ohne Kälte, aber dafür mit Sound besser ist, als verwackelte Bilder, ohne Weihnachtsmusik-Unterlegung.

Hier das Video:

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