Neuer Alltag zu Zweit

In knapp acht Stunden geht es los; New York wartet! Da ich aber eh nicht vor Mitternacht schlafen kann, will ich mal eben noch kurz die vergangene Woche im Schnelldurchgang zusammenfassen.

Bekloppte im VorlesungssaalDie Woche hier mit meiner Christiane an der Uni ist verdammt schnell rum gegangen, vor allem, weil wir jeden Tag irgendwas (nach der Uni natürlich) gemacht haben. Meistens waren wir mit dem Auto unterwegs und haben die Gegend erkundet, oder auch nur die nächste Einkaufsmöglichkeit gesucht.

Gourmets unter sich - Martin und Christiane beim ur-amerikanischen Football!Martin (der münsteraner Münchener hier) und Christiane verstanden sich die ganze Zeit über prächtig, vor allem, weil beide kein gutes Haar an den Amerikanern ließen, bzw. an der amerikanischen Art der Lebensmittelzubereitung. Martin hatte sich schon immer beschwert, dass ich essenstechnisch überhaupt nicht deutsch bin, weil ich mich noch nicht einmal nach einem „guten deutschen Brot“ gesehnt habe. Wieso auch, ich bin mit Weißbrot absolut zufrieden.

Die beiden Gourmets waren und sind alles andere als zufrieden und so konnte jede amerikanische Essgewohnheit niedergemacht werden; ich als Verfechter der Fast Food-„Kultur“ tat mich schwer, die beiden vom US-Essen zu überzeugen – nur Bagels, da sind sich alle einig, sind super. Aber auch nur, wenn sie von „Bodo’s Bagels“ kommen – und Bodo ist ja irgendwie ein deutscher Name.

Vorlesung oder StudiVZ?Christiane begleitete mich zu sämtlichen Kursen und hatte sofort am Montag das Glück einen Gastvortrag in meinem Deutsch-Seminar zu hören. Thema dort: Mode in Berlin, oder wie die Europäer alles von den Amerikanern kopieren. Während bei Christiane feine Äderchen platzten, plauderte der Mode-Experte über die europäische Angewohnheit alle Trends aus den USA zu übernehmen; ließ uns Deutschen aber immerhin den Bonus, dass unsere Kopien besser sind als die US-Originale. O-Ton Christiane dazu: „Wenn ich besser Englisch könnte, würde ich dem was erzählen.“ Glücklicherweise war sie etwas zu schüchtern, um vor einer gesamten Klasse jemanden zusammen zu scheißen.

Wo wir gerade bei Englisch-Kenntnissen sind: Christiane ist ja nicht nur hier, um mich zu besuchen, sondern auch, um eben diese Sprachkenntnisse aufzufrischen. Und das kann man nirgends so gut wie in der Videothek. Also liehen wir uns ein paar Filme unter der Woche aus und guckten sie mit (englischen) Untertiteln auf Englisch – und sehr zu ihrem eigenen Erstaunen ist die Sprache doch nicht so schwer – wohl eher die erste Scheu davor sehr groß. Ab morgen, also in New York, habe ich mir vorgenommen, immer Christiane vorzuschicken, damit die Scheu noch kleiner wird.

Monticello Panorama - Jefferson’s WohnhausDa wir aber nicht die ganze Woche nur an der Uni, in der Mall oder vor dem Fernseher verbringen wollten, galt es auch ein bisschen Kultur (und ich meine richtige, alte Kultur) aufzunehmen. Wer intensiv Christian Zett’s Blog über seine Japan-Reise liest, wird feststellen, dass es dort von Museen nur so wimmelt. Und da ich dachte: Monticello an einem sonnigen Freitag„Ha, das können wir auch“, sind wir am Freitag nach „Monticello“ gefahren, dem Ort, an dem Thomas Jefferson, Gründer der University of Virginia und der dritte Präsident der Vereinigten Staaten bis zu seinem Tod 1826 gewohnt und gearbeitet hat. Ich als UVa-Student musste keinen Eintritt zahlen, Christiane dafür 14 Dollar. Happig, aber immerhin gab es dafür eine interessante halbstündige Führung durch das faszinierende Haus und zudem noch ein paar schöne Foto-Momente, denn das Wetter spielte wie immer mit.

Jetzt muss ich zeitlich ein wenig zurück springen, genauer gesagt zum vergangenen Montag. Als wir uns mit David (UVa-Student, der ein Jahr lang an der Uni Dortmund studiert hat) trafen, fragte ich gleich mal, ob er von irgendeinem Mädchen einen Studentenausweis besorgen könnte, damit Christiane mit Martin und mir zum Footballspiel am Samstag gehen könnte. Becky, eine Freundin von David, versprach uns ihren Ausweis und so kümmerten wir uns nicht mehr um Tickets (die zudem 45 Dollar kosten). Donnerstag bekam ich dann eine E-Mail, in der David schrieb, dass Becky selbst zu Spiel gehen wollte. Also Kommando zurück, wieder auf die Suche nach Tickets machen. Ich hatte Aussicht auf eine Karte für 20 Dollar, diese Aussicht löste sich aber schnell wieder in Luft auf. Nach diesen Rückschlägen hatten wir uns schon damit abgefunden einen Schwarzmarkt-Karte vor dem Stadion zu kaufen; und mächtig tief in die Tasche greifen zu müssen.

Auf dem Rückweg von „Monticello“ wollte ich Christiane noch ein bisschen von Charlottesville zeigen, verfuhr mich hoffnungslos und hörte währenddessen Radio, genauer gesagt, Gewonnen!DEN Sender für das umliegende Gebiet – 101.9 Hot FM. Nebenbei bekam ich mit, dass der Sender einen Stand vor einem Supermarkt aufgebaut hat und dort Football-Karten verlost. Also haben wir einen kleinen Abstecher dorthin gemacht, unsere Namen auf Tombolakarten geschrieben und auf ein Wunder gehofft. Das Wunder kam schnell, denn wir erhielten direkt zwei 10$-Einkaufsgutscheine für den Supermarkt. Auf die Ansage hin, wir sollten in zwanzig Minuten wieder da sein, denn dann hätten sie den Gewinner gezogen, verprassten wir die 20 Dollar im Supermarkt und als wir raus kamen, erwarteten uns zwei Footballkarten – Glück muss man haben! Somit war der Samstag dann auch gerettet, zudem gönnten wir uns noch frisches Obst für die 20 Dollar. In den USA ist das fast so teuer wie zwei Football-Karten.

Zwei Vollidioten mit Schaumstoff-Finger-HütenChristiane mit KopfschmuckAm Samstag um 12 Uhr waren wir dann im Stadion und guckten uns das letzte UVa-Heimspiel an. Obwohl ich Christiane so gut es ging die Regeln erklärte, sprang der Football-Funke nicht über – zumindest nicht so ganz. Auch riesige Schaumgummi-Hände konnten daran nichts ändern. Immerhin gewannen wir, ein nicht alltägliches Vergnügen hier in Charlottesville. Und da die Karte für meinen Schatz ja nichts gekostet hatte, gab es auch nichts zu meckern, so nach dem Motto: „Wenn ich dafür 20 Dollar gezahlt hätte, wäre ich jetzt enttäuscht.“

Der heutige Sonntag war sehr ruhig, denn wir hatten das erste Mal die Gelegenheit auszuschlafen – von der machten wir intensiv Gebrauch. Gleich nach dem Aufstehen – und mit einigen Pausen bis jetzt – wurde die Reiseroute nach New York geplant, Proviant gekauft, das Auto voll getankt und vor dem Fernseher gelegen. Ein typischer Sonntag eben. Also ein typischer Sonntag, an dem man sich auf eine 550 km-Fahrt in eine Weltstadt vorbereitet. Typisch halt.

Drei Deutsche beim US-Sport Nr.1Morgen (also in Deutschland schon heute) geht es um sieben Uhr los. Erstmal 550 km mit dem Auto, dann noch einmal ne Stunde mit der Bahn und zack; sind wir in New York. Vielleicht bekommen wir von dort aus ja einen kurzen Blogeintrag hin – da ich Christiane ganz sicher zum Apple-Store an der 5th Avenue schleppen werde, gehe ich mal schwer davon aus, dass dort geblogged werden kann. Ausführliches dann ab dem nächsten Wochenende.

Ich hoffe nur, dass der Kamera-Chip die Woche überlebt – der könnte arg heiß laufen in einer Stadt wie New York.

 

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One Response to Neuer Alltag zu Zweit

  1. Katze sagt:

    So, während ihr euch in New York rumtreibt wünsche ich euch ma viel Spaß und viele nette Taxifahrer und sowas. Wofür man halt nach NY fährt.
    Währenddessen werde ich mal wieder versuchen, den Pokal im Sub an mich zu reißen.
    So haben wir alle fein was zu tun, worüber wir uns später was erzählen können 😉
    In diesem Sinne: Haut rein!
    Tobi

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