Sportlich, sportlich

Endergebnis zu UVa's Gunsten

Heute war ein überaus erfolgreicher Tag für die Teams der University of Virginia – nach meinem anfänglichen sportlichen Misserfolg (0:6 im Wohnheimturnier verloren) hatte ich dann am Abend auch noch Glück, aber dazu später mehr.

Football

Unser Footballteam ist scheiße. Das ist leider so und da kann man nichts machen. Drei Spiel gingen bis jetzt verloren, eines konnte ganz knapp gewonnen werden (13-12 in Overtime). Was passiert aber, wenn das schlechte Team gegen ein noch schlechteres antritt? Einer muss ja gewinnen, zumeist der, der ein bisschen mehr Glück hat. Die Mannschaft der Duke University ist noch schlechter als wir, die konnten bis jetzt noch kein Spiel gewinnen.

Heute war also alles für die „Cavaliers“ meiner Uni drin – und sie konnten auf ganzer Linie überzeugen. Der Endstand war aber unerwartet hoch – mit 37:0 mussten die Dukes sich vor eigenem Publikum geschlagen geben. Und unser Team ist jetzt nicht mehr ganz so schlecht – also zumindest besser als Duke University. Immerhin.

Soccer

Ganz anders sieht es beim Soccer, äh Fußball aus. Da rockt die Mannschaft das ganze Land. Zuletzt ging ein Spiel verloren – knapp mit 2:1 – gegen die North Carolina „Tarheels“. Die acht Spiele davor überzeugten die Fußballer aber auf ganzer Linie; meist jedoch erst kurz vor Schluss oder sogar in der Verlängerung. Nach der Niederlage in der letzten Woche kam es dann heute zum Aufeinandertreffen der beiden (fast) besten College-Mannschaften in den USA. Zum einen die „Cavaliers“ und zum anderen die Clemson University „Tigers“.

Die beiden Mannschaften waren ungefähr gleich gut (vgl. gleich schlecht beim Football), die Vorzeichen versprachen ein spannendes Spiel – und das wurde es auch. Auf beiden Seiten Pfostenschüsse und Glanzparaden der Torhüter – die Massen gerieten in eine Hysterie sondergleichen. Und wenn ich Massen sage meine ich auch Massen. Heute waren 7400 Zuschauer im Klöckner Stadion; ein neuer Besucherrekord hier an der University of Virgina und in der Panorama des Klöckner Stadionsganzen „Conference“ in der die Uni spielt. Ich hab auch gleich ein Panorama-Bild gemacht, um zu zeigen wie voll es war.

Am Ende hatte Virginia die Nase vorn – mit 1:0 gewannen sie kurz vor Schluss die Partie und sind jetzt wahrscheinlich wieder Nr. 1 in den USA. Das riecht schon nach dem Meistertitel – bei einem Verhältnis von neun gewonnenen zu einem verlorenen Match. Schappo!

Ich

Ich hab dann auch noch gewonnen – auch hier war sportliche Exzellent am Werk, in Form atemberaubender Sprungkraft und mannigfaltiger Stärke in den Bereichen schubsen, drängen und zerren. Hört sich jetzt schlimm an, scheint es auch gewesen zu sein, wenn man bedenkt, was Martin mir nach dem Spiel mitteilte: „Die hat dich danach die ganze Zeit total böse gemustert.“

Und das nur wegen einem T-Shirt. Ist mir unverständlich. Ah, um zur Geschichte zurück zu kommen muss ich erst mal einen Bogen machen – einen langen Bogen.

Es fängt damit an, dass die amerikanischen Fans bei Sportveranstaltungen immer animiert werden müssen, um ihr Team anzufeuer – Cheerleader sind hier ein gutes Beispiel. Um Zuschauer auch in der Halbzeit zu unterhalten gibt es beim Superbowl (Endspiel der National Football League) eine riesige Show mit internationalen Pop-Größen. Beim Fußballspiel an der University of Virginia gibt es aber (Gott-sei-Dank) keine Cheerleader und keine Pop-Größen. Dafür aber kleine Kinder, die Fußball spielen und Leute, die Sachen in Publikum schmeißen. Bewirken sollen sie aber das gleiche; dass einem ja nicht langweilig wird.

Bei 22 kleinen Kindern, die alle auf den Ball laufen kann einem schnell langweilig werden, deshalb haben die Amerikaner etwas erfunden, dass aussieht wie eine Bazooka und mit Luftdruck Dinge in die Zuschauerränge schiesst – zumeist T-Shirts mit dem Uninamen drauf. So auch heute. T-Shirt 1 ging weit nach links ab, T-Shirt 2 kam zu kurz. Dann setzte der Bazooka-Schütze für T-Shirt 3 an und ich konnte in seinen Augen sehen, dass er es wusste – er wusste, dass ich höher als alle anderen springen würde und dieses T-Shirt greifen würde, bevor ich elfenhaft zurück auf die Tribüne schweben würde. So kam es dann auch. Ich drückte, ich schubste, er schoss, ich sprang, ich fing, ich landete, ich stolzte. Und das Mädchen in der Reihe hinter mir guckte mich böse an (also meinen Rücken), weil sie nicht so viel Glück hatte (bzw. einfach nicht so unglaublich hoch springen kann).

Also hatte ich ein T-Shirt geschnappt – das ist ungefähr wie ein 5er im Lotto. Aus dem 5er wurde nach dem Spiel ein 6er, als ich merkte, dass, eingerollt in das T-Shirt, ein 25$ Gutschein für einen Elektroladen versteckt war. Tja, er kam, sprang und siegte. Und siegte dann nochmal.

Alles in allem, wie der geneigte Leser feststellen kann, ein sportlich durchwachsener, aber letztlich erfolgreicher Tag – wenn doch nur alles so leicht wäre, wie im Sport.

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One Response to Sportlich, sportlich

  1. Jan sagt:

    Respekt, John!
    Bin mal gespannt welches Autoradio ihr euch davon für eure Super-Karre kauft …

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