Fort Bewegung III (Das Finale)

Fortbewegung ist ein wichtiges Thema hier in den USA. Man bewegt sich ja ständig fort, ohne wirklich darüber nachzudenken. An der University of Virginia bewegt man sich in vielerlei Arten fort. Man läuft (joggt, meist abends), nimmt den Bus, radelt und fährt mit dem Auto. All die Möglichkeiten von A nach B zu kommen, habe ich bis jetzt benutzt. Ich bin zu meinen Kursen gegangen, bin abends über den Campus gejogged, habe mich mit dem Bus auf eine Sight-Seeing Tour durch die Stadt begeben und bin mit dem Mietwagen von DC nach Charlottesville gefahren.

Um den amerikanischen Traum aber richtig zu leben, reicht es nicht, ein Auto zu mieten. Man muss eines besitzen.

Vorweg an Mama und Papa: Nicht erschrecken, so teuer war es nicht.

David und Martin im gerade gekauften GefährtAn alle: Ich bin (zusammen mit Martin, dem münsteraner Münchener hier) stolzer Besitzer eines 1986 Jeep Wagoneers.

Heute abend (wie jede Woche Mittwoch) war im „Colonial Auto Center“ hier in Charlottesville eine Autoauktion, bei der von der Polizei beschlagnahmte Autos, oder aber solche, die in Zahlung gegeben wurden, oder von ihren Haltern nicht mehr finanziert werden konnten, angeboten wurden.

David hatte sich bereit erklärt uns hin zu fahren. Um 18 Uhr kamen wir dann auf dem Hof des Autoladens an und waren erschlagen vom Überangebot. Vom Truck bis zum Kleinwagen war alles dabei, vom Baujahr 2006 bis 1981. Von hochglanzpoliert bis absolut runtergekommen und nicht mehr fahrbereit.

Durch unsere geballte Kompetenz was Autos und ihre Technik angeht, hörten wir uns die laufenden Motoren an, öffneten und schlossen Türen, schalteten das Licht an und aus und entschieden uns, bei drei oder vier Autos mitzubieten. Der Auktionator ging ab wie na Rakete (s. Video) und die Gebote flogen einem nur so um die Ohren.

 

Bei zwei Autos wurden wir überboten, beim dritten waren wir dann erfolgreich.

Der Jeep Wagoneer in voller BlüteEin 1986 Jeep Wagoneer, in der Farbe „dreckiges Weiß“ wird jetzt die nächsten vier Monate mein Gefährt(e) sein. Ausgerüstet mit einem CD-Player (knapp 100 $ wert), Automatikgetriebe, 4×4, aufgeklebter Holzbeplankung und einem 2.8 Liter V6-Motor ist er der amerikanische SUV schlechthin.

Und der Preis? Nicht 2000, nicht 1000, nicht 500 $, nein. 450 US $ (375 Euro) hat der Spaß gekostet, natürlich durch zwei geteilt. Also für jeden 225 $.

Hinzu kommen dann natürlich noch die Nummerschilder, der amerikanischer Führerschein, die Steuern und zu guter Letzt die Versicherung.

Zusammengefasst:

Der Auktionator bei der Arbeit450 $ Auto
30 $ Versicherung im Monat
80 $ Nummernschilder
15 $ Führerschein
30 $ Steuern für 12 Monate

Wenn man sich überlegt, dass ich für den Mietwagen, mit dem ich Christiane vom Flughafen abholen, nen paar Tage nach New York fahren und Christiane wieder zu Flughafen zurück bringen wollte mindestens 600 $ insgesamt (mit Versicherung) gekostet hätte, kann man schon von einem Schnäppchen reden.

Es ist nicht das sparsamste Auto, aber das braucht man hier auch nicht. Es ist nicht das schönste Auto, aber das will ich auch gar nicht. Es ist auch sicherlich nicht das sicherste Auto, aber das hätte man für den Preis auch nicht bekommen.

Jetzt braucht es noch ein bißchen Liebe und viel Auto-Shampoo, dann wird aus dem Teil eine spritfressende Bestie nach amerikanischem Gusto….. grrrrrr.

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One Response to Fort Bewegung III (Das Finale)

  1. Mum sagt:

    Nichts ist so billig, wie es aussieht! Bringt dieses Monstrum dich und Christiane sicher nach NY und zurück? Ich bin gespannt.

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