American Stundenplan X

Als deutscher Student ist ein Semester an einer amerikanischen Uni nicht ohne Umstellung zu schaffen. Klar, es ist eine andere Sprache, aber irgendwie auch nicht wirklich, zumindest nicht, wenn man, wie ich, Amerikanistik und Anglistik-Veranstaltungen besucht, in denen auch immer Englisch gesprochen wird.

Ganz andere Anpassungsschwierigkeiten gibt es bei der Wahl der Kurse und vor allem bei der Strukturierung des Stundenplans. In Deutschland ist man daran gewöhnt, eine Veranstaltung einmal die Woche zu besuchen, wenn es hoch kommt (z. B. mit einem zusätzlichen Tutorium) zweimal. In den Staaten gibt es aber ganz unterschiedliche Möglichkeiten, ein Seminar oder ein Vorlesung anzubieten.

Möglichkeit 1: Das Seminar ist nur an einem Tag, dafür dann aber knapp zweieinhalb Stunden lang. Das ist schon ziemlich lang, vor allem, wenn man in einem riesigen Hörsaal sitzt und sowieso die Hälfte der Vorlesung schon aus akustischen Gesichtspunkten nicht versteht. Vorteil ist aber, dass man sich nur auf eine Veranstaltung pro Woche vorbereiten muss.

Möglichkeit 2: Das Seminar oder die Vorlesung muss zweimal die Woche besucht werden, meist Dienstags und Donnerstags oder Montags und Mittwochs, jeweils um dieselbe Zeit. Die Vorlesung ist hierbei eineinviertel Stunden lang, also schon fast deutscher 90-Minuten Standart und daher erträglicher. Man muss sich aber dabei natürlich auf zwei Veranstaltungen die Woche vorbereiten, bzw. den Brückentag zwischen den Seminaren zum Aufarbeiten nutzen.

Möglichkeit 3: Ganz krass wird es, wenn man dreimal die Woche zur Vorlesung muss. Da gehen Vor- und Nachbearbeitung nahtlos in einander über. Meist sind diese Sitzungen nämlich Montags, Mittwochs und Freitags. Eine leichte Abwandlung von Möglichkeit 3 ist eine Mischung aus Möglichkeit 2 (Kurs am Mo/Mi oder Di/Do) und einem zusätzlichen Kurs, der fast jeden Tag angeboten wird und den man sich, falls die Stammvorlesung Mittags abgehalten wird, auch auf den Abend desselben Tages legen kann.

Die meisten Kurse werden in den USA mit drei Credits angerechnet, egal, ob sie nach Möglichkeit eins, zwei oder drei angeboten werden. Jeder muss dann selbst entscheiden, ob er lieber an drei Tagen kurz in einer Vorlesung, oder aber einmal/zweimal die Woche länger im Klassenraum verweilen will.

Ich habe mich für eine Mischung entschieden, werde wohl (ich muss nur vier Kurse besuchen) einen nach Möglichkeit 2 nehmen, und zwei nach der Möglichkeit 3 (wovon einer eine abgewandelte Möglichkeit 3 ist) und einen nach Möglichkeit 1. Soweit verstanden?

Mein Stundenplan sieht dann ungefähr so aus:

  • Mo – frei
  • Di – drei Kurse (einmal 50 Minuten, zweimal 1 ¼ Stunden)
  • Mi – ein Kurs (2 ½ Stunden)
  • Do – drei Kurse (s. Dienstag)
  • Fr – ein Kurs (50 Minuten)

Sieht doch ganz gut aus und sollte auch auszuhalten sein. Und da ich den Montag dann immer frei habe, kann ich während der „Reading Week“ mit Christiane einen Tag länger wegfahren. Und da mein Freitagskurs schon um kurz nach 13 Uhr fertig ist, wird uns da auch schon fast wieder ein Tag geschenkt!

Irgendwie ist die Umstellung doch nicht so groß, wenn man mal drüber nachdenkt. In Deutschland hatte ich auch grundsätzlich einen Tag frei (meist aber Freitag) und an einem Tag nur eine Vorlesung mittags (meist Montag).

In den USA ist es halt anders herum. Wie so vieles.

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One Response to American Stundenplan X

  1. Manuel sagt:

    Ja, ist schon was anderes in den Staaten. Auf jeden Fall viel mehr Arbeit als hier. Aber die Profs helfen einem dafür umso mehr.

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