Bittere Bafög Bürokratie

(08/02/06) Ist einer von euch schon mal abgeschleppt worden? Nein, nicht in der Disco. Klar, das du da als erstes dran denken musst. Nein, ich meine auf dem Behindertenparkplatz, oder vor der Feuerwehreinfahrt, oder nach dem Stadionbesuch.

Fall ihr schon mal abgeschleppt wurdet, wisst ihr sicherlich auch, wie sorgsam der Staat darauf bedacht ist, die Strafe von euch einzufordern. Wenn ihr jedoch etwas vom Staat wollt, ist das ein bisschen anders. Zum Beispiel beim Bafög.

Ich bekomme, als Doppel-Lehrerkind, kein Bafög im Inland. „Das heißt aber nicht, dass du kein Auslandsbafög bekommen kannst“, meinte die nette Dame im Auslandsamt an der Uni.

Na okay, dann versuch ich das mal, dachte ich mir. Probieren geht über studieren. Wobei man probieren vergessen sollte, wenn man nicht vorher Bafögwissenschaften studiert haben sollte… oder jemanden kennt, der zwangsläufig sein Examen in „Kulturgeschichte des Bafög im 20. Jhd.“ machen musste, weil seine Eltern nicht genug verdienen.

Ich hatte beides nicht. Also war ich aufgeschmissen. Die Hälfte der Angaben auf diesem komischen Bafög-Formular hab ich nicht verstanden, die andere Hälfte wollte ich nicht ausfüllen, weil ich jedes Mal dachte: „Das geht euch echt nix an, Bafög Leute. Echt mal!“ Gut, es geht sie ja doch was an, aber sollte ich wirklich kein Bafög bekommen, weil ich zwei Hektar unbebautes Land im Bergischen Land habe? Scheinbar schon. Gott-sei-Dank habe ich keine zwei Hektar Land, weder bebaut, noch unbebaut.

Also werd ich jetzt mal versuchen, mich durch den Antrag zu kämpfen. Irgendwie werde ich schon aus den Unterlagen schlau werden, ich bin ja Student. Ich werde ausgebildet, um im großen Rahmen zu denken. Mein Leitsatz ist immer: „Es gibt keine Wahrheit, nur Wirklichkeit.“ Oder war das andersrum? Oh, wobei, da hätte ich noch nen guten: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“

Für alle, die eh Bafög bekommen, ist das Auslandsbafög wahrscheinlich kein Problem. Aber wenn man zum ersten Mal richtig auf die deutsche Bürokratie trifft (zumindest das erste mal, dass ich nichts zahlen muss), muss man sich anstrengen, um alles zu schaffen.

Alles in allem ist das Auslandsbafög (angenommen, man schafft es, den Antrag auszufüllen, alle Zeugnisse, Semesterbescheinigungen etc. zu finden, alle abzuschicken und erfolgreich zurück zu bekommen) eine super Sache. Die übernehmen selbst für Nicht-Bafögempfänger ne Menge an Kosten, z. B. den Hin- und Rückflug (immerhin 666 Euro)…. also, Leute, rein hängen und Bafög beantragen!

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